3. Unternehmertreffen bei St. Nikolaus in Büren ein Erfolg für Alle
Unternehmertreffen 9.2.2010 Karl-Martin Flüter Pressebüro
Bild und Text von Karl-Martin Flüter Pressebüro Paderborn
Die soziale Verantwortung wahrnehmen: (v.r.) Eugen Riese (Werkstattleiter St. Nikolaus), Hans-Jürgen Altrogge (Regionalmanager Südliches Paderborner Land e. V.), Birgit Doll und Nicole Deus (Integrationsassistentinnen), Peter Staudt (BVMW-Kreisgeschäftsführer), Volker Odenbach (Aufsichtsrat Caritas Wohn- und Werkstätten im Erzbistum Paderborn e.V.), Reinhard Piepenbrock (Geschäftsführer PIETEC), Klaus-Heiner Kaufmann (Geschäftsführer Caritas Werkstätten gem. GmbH), Ulrich Berger (Wirtschaftsförderer und in Vertretung des Bürgermeisters Stadt Salzkotten), Franz-Josef Löseke (Geschäftsführer Löseke Immobilien-Verwaltungs-GmbH), Dr. Peter Hoppe (LWL-Integrationsamt), nicht im Bild Burkhard Schwuchow (Bürgermeister der Stadt Büren)
65 Besucher ließen sich vor Ort von Experten in Fachvorträgen über das Thema Integration am Arbeitsplatz informieren.
Der Mittelstand in der Region nimmt soziale Verantwortung wahr – auch in Zeiten, in denen die „Bad Banks“ und „Steueroasen“ der globalisierten Wirtschaft Schlagzeilen machen. In den Bürener Werkstätten St. Nikolaus galt der Abend einem vielseitigen Austausch darüber, wie Unternehmen Menschen mit Behinderung integrieren.
Zu der Veranstaltung hatten das Regionalforum Südliches Paderborner Land und der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) zusammen mit den Werkstätten St. Nikolaus eingeladen. Die Werkstätten beschäftigten an drei Standorten im Altkreis Büren 601 Menschen mit Behinderung und 107 Angestellte. Sie gehören den „Caritas Werkstätten im Erzbistum Paderborn“ an, einer gemeinnützigen GmbH mit Sitz in Schloß Neuhaus. Bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze im „realen“ Wirtschaftsleben sind die Caritas Werkstätten in Westfalen-Lippe führend. Das betonte Geschäftsführer Klaus-Heiner Kaufmann: Seit 2005 ist es gelungen knapp 10 Prozent aller Beschäftigten auf „ausgelagerten Arbeitsplätzen“ in anderen Unternehmen unterzubringen.
Eines der ersten war die PIETEC Unternehmensgruppe in Bad Wünnenberg. 1994 begann die Zusammenarbeit mit den Werkstätten St. Nikolaus. Als PIETEC-Chef Reinhard Piepenbrock 2005 ein Gebäude direkt neben seiner Firma an die Caritas Werkstätten vermietete, intensivierte sich der Kontakt. 2007 zog eine Arbeitsgruppe mit Beschäftigten direkt bei PIETEC ein.
Im Rückblick berichtete Piepenbrock, es habe vor dem Start der Gruppe „viele Fragezeichen“ gegeben. Die Bedenken erwiesen sich jedoch als unbegründet, die Zusammenarbeit funktioniert hervorragend. Reinhard Piepenbrock lobt vor allem die hohe Identifikation der neuen Kollegen und die professionelle Begleitung und Betreuung der Kooperation durch die Werkstätten.
Solche Beispiele könne es viel häufiger geben, ist Peter Staudt überzeugt. Der Kreisgeschäftsführer des BVMW im Hochstift richtete deshalb einen Appell an Dr. Peter Hoppe, Referatsleiter des Integrationsamtes beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Hoppe war ein weiterer Referent des Abends in Büren. „Sie müssten viel öfter zu uns in die Unternehmen kommen und für die Integration von Menschen mit Behinderung werben“, sagte Staudt. Gute Argumente hat der Vertreter des LWL allemal. „Wir helfen Unternehmen, die behinderte Beschäftigte integrieren, auch wirtschaftlich extrem“, betonte Hoppe.
Unterstützung für integrationswillige Unternehmer kommt auch von den Caritas Werkstätten. Integrationsassistenten wie Nicole Deus und Birgit Doll helfen bei der Auswahl und Vorbereitung der Beschäftigten, begleiten bei Praktika und bieten weitergehende Qualifizierungen an. Sie sind während der Einarbeitung zu Stelle, übernehmen Kriseninterventionen und Nachbegleitungen. Der gezielte Einsatz lohnt sich, wie Franz-Josef Löseke bestätigen kann. Der Geschäftsführer der Löseke Immobilien-Verwaltungs-GmbH in Paderborn hat einen früheren Beschäftigten der Werkstätten fest angestellt. Sein Fazit der gelungenen Integration: „Das ist ein Gewinn für alle.“
